Wertanlage

Bevor man sich über Diamanten als Wertanlage Gedanken macht, sollte man definieren, was man sich darunter vorstellt.

Diamanten (in geschliffener Form und als Einzelstein mit Zertifikat) sind ganz sicher eine gute Möglichkeit, viel Geld unterzubringen und das ebenso sicher in der schönsten Form. Aus den in der Übersicht genannten Gründen behalten diese Steine auch ihren Wert, so dass ein weiterer gleicher Stein auch in Zukunft kaum günstiger zu haben sein wird.

Das war es dann aber auch schon.

Die Erleuchtung, mitunter in Form einer bitteren Einsicht, kommt dann, wenn man den Stein wieder verkaufen möchte oder sogar muss. Kein Händler wird für den Ankauf eines Diamanten von einem Kunden auch nur annähernd den Neupreis auszahlen.

Und das hat folgende Gründe:

  • Erstens ist die Mehrwertsteuer verloren.
    Diese wird bei einem Kauf fällig und ist vom Händler an das Finanzamt abzuführen.
    Sicher könnte der Händler den Verkauf stornieren, falls der Stein vor kurzem gekauft worden ist. Dann wäre die Mehrwertsteuer noch zu retten.
    Geht keine Stornierung, dann kann auch die Steuer nicht zurückgeholt werden.
  • Zweitens möchte und muss der Händler an dem Stein verdienen können. Er kann einen Brillanten jederzeit bei einem Großhändler zu seinem Einkaufspreis neu bestellen.
    Warum also sollte er bei einem Ankauf oder Rückkauf mehr bezahlen ?
  • Und selbst diesen Preis wird der Händler nur einem Kunden anbieten, der mit er eine gute Geschäftsbeziehung hat oder hatte und auf eine finanzielle Erholung mit später folgenden Aufträgen hofft.
  • Ansonsten gibt es auch keinen Grund, den Großhandelspreis anzubieten. Denn wenn ein solcher Stein im Geschäft oder der Werkstatt gebraucht werden sollte, dann wird dieser genau so bestellt, wie er benötigt wird und ist meist schon am nächsten Tag im Haus.
    Ist kein konkreter Bedarf vorhanden, so würde der Diamant nur zusätzlich auf Lager liegen.

Im Ergebnis bedeutet das, dass wahrscheinlich nur ein Ankaufspreis von erheblich unter 50% vom ehemaligen Kaufpreis erzielt werden kann. Alles über 25% wäre schon ein hervorragendes Ergebnis.

Es mag andere Möglichkeiten geben, mit denen ein höherer Preis zu erzielen ist. Die Regel ist das aber leider nicht und meist ohne Beziehungen nicht zu finden.

So betrachtet ist ein Diamant für eine Wertanlage, welche man ggf. wieder in bares Geld umtauschen möchte, eher ungeeignet. Und an einen Gewinn sollte man dabei gleich gar nicht denken.

Das wird leider auch nicht wirklich besser, wenn der Stein in ein Schmuckstück eingearbeitet ist. Das ändert sich erst, wenn der Schmuck eine Geschichte vorweisen kann, weil ihn mal die Gräfin von und zu Dingsda getragen hat.
Dann gelten aber auch völlig andere Regeln.

Bei Verkäufen zwischen Privatpersonen gelten die vorstehenden Überlegungen nur sehr bedingt, wenn der Diamantschmuck zu einem Endverbraucher wechselt, also zu jemanden, der diesen verschenken oder selbst tragen will.

Dieser Weg ist der beste, um einen guten Preis zu erzielen, wäre dabei nicht die Problematik zu bedenken, die Privatverkäufe zwangsläufig mit sich bringen. Hier wird sehr viel mit Vertrauen gehandelt, welches sich leider auch schnell verflüchtigen kann.

Bleibt noch ein Aspekt, welcher in richtig schlechten Zeiten zum Tragen kommen könnte. Auf einer Flucht könnten Diamanten viel leichter mitgeführt werden als zum Beispiel Goldbarren.

Auch wenn es nicht gleich so hart kommen muss, vielleicht gibt es ja Überlegungen, bei welchen Diamanten als Alternative trotzdem zu empfehlen sind.

Dann sollten Sie aber Folgendes beherzigen:

  • Verwenden Sie Brillanten, also runde Diamanten und mit 56 Facetten, weil diese im Schmuckbereich am ehesten Verwendung finden. Also keine Baguettes, ovale oder sonst wie in einer besonderen Form geschliffene Steine, so schön sie auch immer sein mögen.
  • Nehmen Sie eher viele kleine Steine (0.10 bis 0.20 ct, je nach Geldbeutel auch größer) bevor Sie sich für einen einen großen Stein entscheiden. Von kleinen Steinen können Sie ggf. nur einige verkaufen, einen großen verständlicherweise nur im Ganzen und vermutlich zu einem schlechteren Preis.
  • Entscheiden Sie sich für eine Serie von Brillanten in gleicher Größe und gleicher Qualität und wählen Sie eine vertretbare Anfangsqualität, wie z.B. W/P1 oder W/SI.
    Hier kann man mit einer guten Lupe und ein bisschen Übung Einschlüsse erkennen und somit die Echtheit leichter nachweisen. Eine bessere Qualität erscheint eher von Nachteil, auch weil der Preisverlust vermutlich höher ausfällt und für den Käufer eine Synthese schwerer auszuschließen ist.

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Brillant-Diamant

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