Wertanlage

Bevor man sich über Diamanten als Wertanlage Gedanken macht, sollte man definieren, was man sich darunter vorstellt.

Diamanten (in geschliffener Form und als Einzelstein mit Zertifikat) sind ganz sicher eine Möglichkeit, viel Geld unterzubringen und das ist ebenso ganz sicher die schönste Form einer Geldanlage. Und aus den in der Übersicht genannten Gründen behalten diese Steine auch ihren Wert, so dass ein weiterer gleicher Stein auch in Zukunft kaum günstiger zu haben sein wird.

Das war es dann aber auch schon.

Die Erleuchtung, mit unter in Form einer bitteren Einsicht, kommt dann, wenn man den Stein wieder verkaufen möchte oder sogar muss. Kein Händler wird für den Ankauf eines Diamanten von einem Kunden auch nur annähernd den Neupreis auszahlen. Und das hat folgende Gründe:

  • Erstens ist die Mehrwertsteuer verloren.
    Diese wird bei einem Kauf fällig und ist vom Händler an das Finanzamt abzuführen.
    Sicher könnte der Händler den Verkauf stornieren, falls der Stein gestern gekauft worden ist. Dann wäre die Mehrwertsteuer zu retten. Geht keine Stornierung, dann kann auch die Steuer nicht zurückgeholt werden.
  • Zweitens möchte und muss der Händler an dem Stein verdienen können. Warum sollte er mehr als seinen Einkaufspreis beim Großhändler zahlen ?
  • Und selbst diesen Preis wird der Händler nur einem Kunden anbieten, der mit er eine gute Geschäftsbeziehung hatte und auf eine finanzielle Erholung mit später folgenden Aufträgen hofft.
    Ansonsten gibt es auch keinen Grund, den Großhandelspreis anzubieten. Denn wenn ein solcher Stein im Geschäft gebraucht werden sollte, dann wird der Stein genau so bestellt, wie er benötigt wird und ist meist schon am nächsten Tag im Haus.
    Ist kein konkreter Bedarf vorhanden, so würde der Diamant zusätzlich auf Lager liegen.

Im Ergebnis bedeutet das, dass wahrscheinlich nur ein Ankaufspreis von erheblich unter 50% vom ehemaligen Kaufpreis erzielt werden kann. Nur 10% bis 20% erscheinen aus unserer Sicht sogar realistischer.

So betrachtet ist ein Diamant für eine Wertanlage, welche man ggf. wieder in bares Geld umtauschen möchte, völlig ungeeignet.

Das wird leider auch nicht besser, wenn der Stein in ein Schmuckstück eingearbeitet ist. Das ändert sich erst, wenn der Schmuck ein Geschichte vorweisen kann, weil ihn mal die Gräfin von und zu Dingsda getragen hat. Dann gelten aber auch völlig andere Reglen.

Bleibt noch ein Aspekt, welcher in schlechten Zeiten zum Tragen kommen könnte. Auf einer Flucht, wie zum Beispiel bei der Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten, könnten Diamanten leichter mitgeführt werden als Goldbarren.

Auch wenn es nicht gleich so hart kommen muss, vielleicht gibt es Vorgänge, bei welchen Diamanten als Alternative zu empfehlen sind. Dann aber in der richtigen Stückelung:

  • Verwenden Sie Brillanten, weil diese im Schmuckbereich am ehesten Verwendung finden
  • Nehmen Sie viele kleine Steine (0.10 bis 0.50 ct) bevor Sie sich für einen einen großen Stein entscheiden.
    Von kleinen Steinen können Sie ggf. nur einige verkaufen, einen großen verständlicherweise nur im Ganzen und vermutlich zu einem schlechten Preis.
  • Von Vorteil wären Serien in gleicher Größe und gleicher Qualität
  • Entscheiden Sie sich für eine gute Anfangsqualität, z.B. W/P1 bis W/SI.
    Hier kann man einer guten Lupe Einschlüsse erkennen und somit auch die Echtheit leichter nachweisen.
    Eine bessere Qualität erscheint eher von Nachteil, auch weil der Preisverlust vermutlich viel höher ausfällt.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag:
10.00 - 12.30 Uhr

Dienstag und Donnerstag:
15.00 - 17.00 Uhr

Samstag und Montag geschlossen.

Andere Zeiten nach Vereinbarung.