Definition

Bleiben wir vorerst bei Diamant, dem Material, aus welchem viele Träume sind. Es ist das härteste Element das wir kennen, somit extrem abriebfest und widerstandsfähig. Ein Diamant in einem Schmuckstück kann viele Generationen überstehen, ohne sein Aussehen zu verändern. Dieser Umstand führte zu dem Slogan: "Ein Diamant ist unvergänglich", mit welchem eine beziehungsreiche Verbindung zum Begriff "Liebe" geknüpft werden soll. Unschwer zu erraten, dass der Stein im direkten Vergleich gewinnen würde. Es darf jedoch nicht übersehen werden, dass ähnlich dieser Liebe der Stein brechen kann. Es muss hierbei klar zwischen der Härte gegen Abrieb und der Spaltbarkeit des Steines unterschieden werden, denn ein ungünstiger Schlag oder Druck kann einen Diamanten relativ leicht teilen und so die geschliffene Form zerstören.

Während man bei anderen Steinen zum Schleifen immer auf eine härteres Material zurückgreifen kann, bleibt beim Diamant nur Diamant selbst. Hierzu werden Abfälle zu einer mehlartigen Masse, dem Diamantbort, zerstoßen, welches dann mittels Schleifscheiben am Stein in einem zeitaufwendigen Verfahren arbeiten kann, um die planen Flächen (Facetten) anzubringen.

Der Diamant wird zu allen bekannten Facettenschliffen verarbeitet, denn hier kann seine hohe Lichtbrechung die ihm eigenen Lichtreflexe erzeugen. Neben der runden Form sind Carrée (quadratisch), Baguette (rechteckig), Tropfen- und Herzform sehr beliebt, etwas seltener die Trapezform. Kaum zu finden sind dagegen ovale Steine. In den letzten Jahren wurden einige neue Formen entwickelt, welche jedoch eher im Rahmen von Schmucksonderanfertigungen Verwendung finden, wie z.B. eine Sternform oder ein runder Stein, welcher im Grunde aus 2 flachen Unterkörpern besteht.

Das Wichtigste ist und bleibt natürlich der runde Stein, welchen wir in seiner Grundform näher betrachten wollen. Die große plane Fläche auf der Oberseite nennt man Tafel. Schräg angesetzt folgen die Facetten des Oberkörpers, danach schließlich die des Unterkörpers. Die Trennlinie zwischen Ober- und Unterkörper, an welcher der Durchmesser des Steines gemessen wird, ist die Rondiste oder Rundiste. Dieses kann scharfkantig oder auch angeschliffen sein. Letzteres reduziert die Empfindlichkeit gegen ein Ausbrechen bei Schlag oder Druck. Die Spitze des Unterkörpers, an welcher die Facetten enden, nennt man Kalette oder Kalotte. Auch diese Spitze kann, vor allem bei älteren Steinen, angeschliffen sein.

Früher wurden kleine Diamanten, d.h. Steine bis zu einer Größe von etwa 2 mm, mit wenigen Facetten geschliffen, hauptsächlich aus technischen Gründen und wegen der Kosten. Man schliff nur je 8 oder 16 Facetten an Ober- und Unterkörper, woraus sich auch die Bezeichung 8/8-Schliff (sprich: acht-achtel) und 16/16-Schliff ergab. Diese verliehen dem Stein zwar schon ein gewisses Funkeln, jedoch ist dies mit einem Vollschliff nicht zu vergleichen. Dieser hat 32 Facetten am Oberkörper und 24 am Unterkörper, also insbesamt 56. Diese Facettenanzahl und die Proportionen (Neigungen, Höhen, usw.) des Steines, ausgelegt auf die Eigenschaften der Lichtbrechnung, verleihen dem Diamanten ein optimales Funkeln und eine starke Farbzerlegung. Man spricht hierbei von Brillanz und Feuer, wodurch auch die Bezeichnung Brillant entstanden ist.

Ein Brillant ist somit ein Diamant im vorstehend beschriebenen Schliff, dem Brillantschliff, also ausschließlich rund und mit den 56 Facetten !

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass man bei größeren Steinen auch die Facettenzahl erhöht, um eine noch bessere optische Wirkung zu erzielen. Streng genommen ist der Begriff Brillant hier aber nicht zutreffend.

Der "Brillantschliff" allein kann für viele Steinarten Verwendung finden, die Bezeichnung Brillant darf damit aber nicht in Verbindung gebracht werden.

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